Samstag, 14. Februar 2015

Miniurlaub


Seit meinem letzten Blogpost ist einige Zeit vergangen und ein Lebenszeichen von mir gab ich ab und zu auf Instagram. Angefangene Beiträge dümpeln in der Pipeline herum und werden ggfs. mal angepackt.

Am Donnerstag verschlug es mich für eine Übernachtung nach St. Peter-Ording in das Beach Motel. Das Hotel und der nahegelegene Strand versprühen einen ganz besonderen Charme. Für einen kurzen Augenblick könnte man denken, man befände sich in den Hamptons. Das Motel exisitiert seit 2013, ein weiteres soll 2016 in Heiligenhafen eröffnet werden. Allein das Motel in SPO erfreut sich großer Beliebtheit, da wird Heiligenhafen sicherlich auch großen Anklang finden. Ein Zimmer zu ergattern, ist alles andere als einfach. Besonders, wenn eines mit Meerblick gewünscht ist. Falls einem dieser Blick vergönnt ist, macht dies das besondere und moderne Design der diversen Zimmer, Suiten und von Restaurant/Lounge/Bar wieder wett. Sehr viel Liebe im Detail. Ich habe in der kurzen Zeit viel geschlemmt, den Saunabereich genutzt, in der Lounge mit ein paar Cidern entspannt und überlegt, welches Möbelstück ich hier als erstes unbemerkt rausschleppe. Und vor allem wie. ;)
Die Nebensaison sorgte für einen breiten, fast menschenleeren Strand. Ich habe es sehr genossen. Tief durchatmen und die Gedanken in die Ferne gleiten lassen, ohne dass man von Menschentruppen überrannt wurde.

Bevor ich gleich einfach die Fotos sprechen lasse, muss ich aus ganzem Herzen viele tolle Worte über das Personal loswerden. Soooo herzig! Ich fühlte mich sehr an die Gastfreundschaft in Westkanada erinnert. Die Mitarbeiter waren mehr als hilfsbereit und für einen blöden Witz oder Schnack zu haben.
Wer also noch nicht dort war - hin da, was sonst!


Dieses Hüpfspiel, grandios, das will ich auch in meiner Bude!
Bis zu diesem Anblick hab' ich das letzte Mal vor Jahren eine Badewanne von innen gesehen.
Ich musste eine kleine Änderung vornehmen. Wer mich wirklich kennt, dass sleep hier mehr als berechtigt ist. ;)

Nach Motelerkundung Teil 1 ging es raus an die frische Luft:

Der "meine Haare sind mir schon wieder viiiiel zu lang"-Windtest. Ein Glück gehts diese Woche zum Friseur.

Von der frischen Luft wieder zurück ins warme Motel:

Ob Kinobereich für 10 Personen, Xbox, Kicker oder Flipper - für jeden was dabei.
Zockerface ;)
Ich Kind der 90er! Baywatch hab' ich in meiner Jugend verschlungen.
Eine Tafel im Bad, auch das hätte ich gern. Hier hab ich statt großer Worte einfach nur hinterlassen.
So viele kleine tolle Details. Herr Slater, mein Herz: das erste Mal hab ich gedacht, da steht jemand hinter mir.
Und wie! Hab mein Schatz erst heute von der Reparatur abgeholt und in die Arme geschlossen.
Zu Hause bräuchte ich wohl dennoch keine Wanne, empfinde es als Verschwendung. Wenn doch: dann hätte ich gern eine freistehende Wanne. ;)

Ich Quatschkopf habe meine Kanada-Haarselfieserie mal weitergeführt. Statt leuchtend Grün nun halt leuchtend Kupfer.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Wir haben nichts zu verlieren ausser unserer Angst

Nach jedem Traum gibt es ein Erwachen. Bei mancherlei Träumen bin ich dafür sehr dankbar. So wirklich auseinandergesetzt habe ich mich mit meinen Träumen bisher nie. Weder ob sie nach bestimmten Situationen/Erlebnissen wiederkehren oder was sie bedeuten. Ich war einfach nur froh, dass ich aufwachte und sie nicht real waren. Vielleicht muss ich sie einmal niederschreiben um hinter die Fassade zu blicken. Ihr kennt sicherlich ebenso Träume, die Euch über längere Zeit hinweg begleiten.

Flugzeugabsturz
Der Ort kann ein mir vertrauter sein oder auch vollkommen fremd. Manchmal bin ich in Begleitung mir bekannter Menschen oder auch allein. Doch immer stürzt in meiner unmittelbaren Nähe ein Flugzeug ab. Ich flüchte vor dem Flugzeug, welches abrupt in der Luft stehen bleibt um dann den Boden entgegen zu stürzen. Ich laufe davon und bleibe unversehrt.
Ich denke nicht, dass dieser Traum mit meiner kleinem Angst vorm Starten beim Fliegen zusammenhängt. Mich begleitet nach dem damals sehr plötzlichen Tod meiner Ma eine immerwährende Angst, dass im nächsten Moment alles vorbei sein könnte. Das nervt gewaltig. Es strengt an.

Meine Rennmäuse
Oh ich habe sie abgöttisch geliebt, Dracula und Gertrud. Kuriose Namenswahl, aber die waren Programm. Sie zogen 1998 kurz nach meiner Jugendweihe bei mir ein. Als ich Gertrud 2 Jahre später tot im Terrarium auffand, weinte ich stundenlang ganz bitterlich.  Als sich weniger später auch bei Dracula der Tod abzeichnete, war ich eher erleichtert, da sie nun endlich wieder vereint waren. Begraben wurden sie in einer Glühbirnenschachtel im Garten meines Elternhauses. Ich hab sie geliebt. Sowas von. Wenn ich die Fotos ansehe, jauchzt mein Herz.


Ich träume immer wieder, dass meine Rennmäuse noch leben und ich vergessen habe sie zu füttern und ihr Terrarium zu säubern. Als ob mir das jemals passiert wäre. Was mich real begleitet, ist das schlechte Gewissen, mich vielleicht um manche Menschen/Freunde anders oder nicht mehr bemüht zu haben.

Verbrechen
Ich schwebe sehr oft in einer Gefahr. Manchmal Naturkatastrophen, sehr viel öfter aber will man mir etwas antun. Ich bin stetig auf der Flucht. Soweit ich mich erinnere, komme ich immer davon. Nur die Erinnerung daran begleitet mich. Es gibt Dinge aus meinem Leben, die mich immer begleiten, immer ein Teil von mir sein werden. So sehr ich gern vergessen würde, sie sind noch da. Im Traum sowie in der Realität. Nur bestimmen sie nicht mehr mein Leben. Denke und hoffe ich eigentlich.

Abschied
Es gibt auch gegenteilige Träume. Träume, aus denen ich nie mehr aufwachen mag. Kennen wir alle! ;) Im Gegenteil zu den weniger schönen kann ich mich nur an einen ganz speziell erinnern, auch wenn ich diesen Traum nur ein einziges Mal "erlebte".
Ich hatte nicht die Möglichkeit, mich richtig von meiner Mutter zu verabschieden. Sie lag plötzlich auf der Intensivstation, war nicht mehr bei Bewusstsein und auch äußerlich gewissermaßen nicht mehr sie selbst.
In der Trauerphase nach ihrem Tod begegnete ich ihr wieder. Ich betrat unsere alte Plattenbauwohnung, es zog mich zielsicher in die Küche. Ich bog um die Ecke und inmitten eines hellen Lichts stand sie da: meine Mama. Tränen im Gesicht breitete sie die Arme aus, ich rannte ihr entgegen und schmiegte mich weinend an sie. Ich habe noch nie einen Traum so real erlebt und auch danach nie mehr so intensiv geträumt. Ihre Wärme, ihr kleiner Körper, ihre Haare, welche im meinem Gesicht kitzelten. Ein kleiner stiller Abschied.
Der Wecker klingelte, ich stolperte ins Bad erst mit dem Blick in den Spiegel wurde mir all die Brandbreite meins Traumes bewusst

Ich bin nicht esoterisch veranlagt, an Übersinnliches glaube ich eigentlich nicht. Es gibt Erlebnisse und Träume, die können wir nicht immer erklären. Vieles ist unerforscht, doch vielleicht ist gerade dies ganz gut so. Zumindest glaube ich fest daran, dass wir in unseren Träumen unterbewusst so einiges verarbeiten. Oder es zumindest versuchen...

Wir haben nichts zu verlieren ausser unserer Angst.

Montag, 8. September 2014

Ackerfestival 2014



Seit einigen Jährchen zählt das Wilwarin in Ellerdorf zu meinen liebsten Festivals. Leider überschnitt sich der Termin 2014 mit meinem Kanadatrip. Um so schöner, dass sich die Reise zum Ackerfestival in Kummerfeld ergab. Und noch tausendfach schöner: das Wetter spielte mit! Angenehme warme Temperaturen, Sonne und nur kurzzeitig Regen. Ein würdiger Sommerabschluss, jetzt kann der Herbst gerne hereinspazieren und für gemütliche Abende auf dem Sofa sorgen.
Ich war bereits auf größeren Festivals wie Rock am Ring oder dem Hurricane und kann sagen, dass auch kleine Festivals ihren Charme haben. Oft sogar noch etwas mehr als die Megaveranstaltungen. Das von mir besuchte Ackerfestival war bisher das "süßeste" und kleinste. Ca. 2000 Besucher, eine Bühne, alles recht überschaubar. Aber mit ganz viel Arbeit, Herzblut und sehr gut organisiert. Das besondere ist, dass das Festival von einem extra dafür gegründeten Verein organisiert wird. Viele musikbegeisterte Menschen, welche die Veranstaltung neben all den eigenen Verpflichtungen auf die Beine stellen. Insofern ist dieser Blogpost auch eine kleine Liebeserklärung an das Festival und dem Orga-Team hinter dem Vorhang.

Freitag starteten wir in einer kurzen und lustigen Zugfahrt Richtung Pinneberg, von wo aus uns ein Bus nach Kummerfeld brachte. Niedlich war vorher noch meine 87jährige Nachbarin, die mich im Hausflur besorgt fragte, ob ich denn Ohropax dabei hätte. Nebenbei: ich hasse die Dinger.
Von Anfang an fanden wir das Festival gut organisiert und durchgetaktet. Einziger Mangel: keine Pommes. KEINE Pommes! Und die Nudelpfanne war Samstagnacht leider auch ausverkauft. Mein Magen und ich weinten ein bisschen. Dafür waren Essen und Getränke erschwinglich und teils auch vegan, es gab morgens günstig Frühstück, das Vereinsheim (Festival fand auf einem Sportplatz statt) wurde zum Waschen, Duschen und für die Notdurft geöffnet.
Das Schöne war die Nähe zur Bühne und somit auch zu den Bands. Kein riesen Gedrängel in 50m Entfernung, viel Platz zum Tanzen und Loslassen. Zahlreiche Bands haben für ordentlich Stimmung gesorgt: u.a. Love A, Fuck Art Let's Dance, Freiburg, Matula, I Heart Sharks, Four Colours, Marathonmann, Kadavar, Station 17... Love A waren wieder mein großer Liebling. Sänger Jörkk Mechenbier ist in seiner Gestik und Mimik ausserdem ein ganz großer Erzähler, traumhaft.
Der Campingplatz war ebenso klein und übersichtlich, kurze Wege zum Zelt und Festivalgelände waren einfach angenehm. Doch es blieb immer noch genug Raum und Gehweg für amüsante Erlebnisse und Gelächter. Auch jetzt kichere ich beim Gedanken an diverse Situationen vor mich hin.

Festivalgelände
Sieht irgendwie alles gleich aus
Haarselfie, wird bald zur Tradition
Yummy
Für mehr bunt!
Das Line-up der letzten Jahre kann sich auch sehen lassen
Direkt nach dem Aufwachen mit guter Musik durchstarten
v. l.n.r.: Love A, Marathonmann, I Heart Sharks, Matula
Jute- und Turnbeutel sind nicht Hipster, sondern unglaublich praktisch und somit auch Festivaltauglich.
Festival ohne Seifenblasen ist kein Festival.